posted by P4ff on Apr 2
Heute morgen hab ich das große Latinum geschrieben, war nicht grad einfach, ich stell euch mal den Text rein. Der Text ist orginal, es gab aber leichte abänderungen beim großen Latinum. M. TVLLI CICERONIS DE OFFICIIS LIBER SECVNDVS: In primis autem videndum erit ei, qui rem publicam administrabit, ut suum quisque teneat neque de bonis privatorum publice deminutio fiat. Hanc enim ob causam maxime, ut sua tenerentur, res publicae civitatesque constitutae sunt. Nam, etsi duce natura congregabantur homines, tamen spe custodiae rerum suarum urbium praesidia quaerebant.Danda etiam opera est, ne, quod apud maiores nostros saepe fiebat propter aerarii tenuitatem assiduitatemque bellorum, tributum sit conferendum, idque ne eveniat multo ante erit providendum. Sin quae necessitas huius muneris alicui rei publicae obvenerit, danda erit opera, ut omnes intellegant, necessitati esse parendum. Atque etiam omnes, qui rem publicam gubernabunt, consulere debebunt ut earum rerum copia sit, quae sunt necessariae. Caput autem est in omni procuratione negotii et muneris publici, ut avaritiae pellatur etiam minima suspicio. Habere enim quaestui rem publicam non modo turpe est, sed sceleratum etiam et nefarium. Itaque Apollo ,quod oraclum edidit, Spartam nulla re alia nisi avaritia esse perituram, id videtur non solum Lacedaemoniis, sed etiam omnibus opulentis populis praedixisse. Nulla autem re conciliare facilius benivolentiam multitudinis possunt ii, qui rei publicae praesunt, quam abstinentia et continentia. Übersetzung:
Vor allem aber wird ein Politiker darauf sehen müssen, dass ein jeder seinen Besitz behält und am Vermögen der Privatleute öffentlich keine Verminderung eintritt. Denn hauptsächlich aus diesem Grund, dass der Besitz behalten wird, sind Staaten und Bürgerschaften gegründet worden. Denn, wenn sich auch die Menschen unter der Führung der Natur zusammengeschlossen haben, suchten sie dennoch in der Hoffnung auf Bewahrung ihres Besitzes den Schutz der Städte. Auch müssen alle künftigen Staatsmänner vorsorgen, dass es einen Vorrat an diesen Dingen gibt, die zum Lebensunterhalt notwendig sind.
Man muss sich auch Mühe geben, dass nicht, was bei unseren Vorfahren wegen der Schwäche der Finanzen und der Dauerhaftigkeit der Kriege oft vorkam, eine Steuer auferlegt werden muss. Und dass dieser Fall nicht eintritt, wird man viel früher Vorsorge treffen müssen. Wenn aber irgendeine Notwendigkeit dieser Leistung für irgendeinen Staat eingetreten ist, wird man sich Mühe geben müssen, dass alle einsehen, dass man der Notwendigkeit gehorchen muss, wenn man in Sicherheit leben wolle.
Die Hauptforderung aber bei jeder Verwaltung eines öffentlichen Amtes besteht darin, dass sogar der geringste Verdacht auf Habsucht ferngehalten wird.
Kein Fehler ist abstoßender als die Habsucht, besonders bei hochgestellten Personen und Staatsmännern. Denn sich am Staat zu bereichern, ist nicht nur schändlich, sondern auch verbrecherisch und ruchlos. Durch nichts aber können Politiker das Wohlwollen der Menge leichter gewinnen als durch Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit.
Und die aber Volksfreunde sein wollen und deswegen eine Agrarreform versuchen, so dass die Besitzer von ihren eigenen Wohnsitzen vertrieben werden, oder glauben, den Schuldnern die Schulden nachlassen zu müssen, erschüttern die Grundlagen des Staates; erstens die Eintracht, die es nicht geben kann, wenn den einen Geld weggenommen und den anderen gegeben wird, zweitens die Gleichheit vor dem Gesetz, die gänzlich beseitigt wird, wenn nicht ein jeder sein Eigentum behalten darf. Das ist nämlich das charakteristische Merkmal eines Staates, dass es einen freien und ungestörten Schutz jedweden Eigentums gibt.
link
http://www.bg-stainach.asn-graz.ac.at/latein/Cicero.htm




